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Die wahre Meisterschaft

In der Kampfkunst gibt es unzählig viele Meister, jedoch sind die wenigsten "echte" Meister. Da der Begriff Meister in der Kampfkunst nicht geschützt ist, kann sich eigentlich jeder Meister nennen. Es gibt viele Leute, die glauben, sofern jemand den schwarzen Gürtel besitzt, er automatisch ein Meister ist. Meine Schüler fragen mich immer wieder, wie lange es dauert, bis sie den schwarzen Gürtel haben. Ich kann dazu immer nur eine Antwort geben "ca. 60 Minuten, denn dann findest Du einen Laden, wo Du ihn kaufen kannst". Einen Schwarzgurt zu besitzen, ist keine Garantie für Wissen und Verständnis über Kampfkunst. Auch die Graduierungen (1. , 2. , 3. ,.....Dan, Toan, Meistergrad) sagen nichts über den Besitzer dieser Graduierung aus. Was, das glaubt Ihr nicht? Ok, hier ein kleines Beispiel:

Ich, Jörg Weisflog, bilde aus allen Kampfkünsten, die ich jemals gemacht habe, eine neue (Zusammenfassung all meines Wissens) Kampfkunst. Nennen wir diese Kunst mal " JöWei Chuan" oder "JöWei Do", da ich der Erfinder dieser Kunst bin, kann ich mir eine Graduierung aussuchen, die mir gefällt. Da die meisten Leute das Graduierungssystem kennen (z.B. vom Karate) gebe ich mir den 6.,7., 8, 9., 10. Dan oder Toan. Somit bin ich also der Großmeister dieses Stils, und keiner kann dies anfechten. Ich bin also in kürzester Zeit vom Schüler in verschiedenen Kampfkunstarten zum Großmeister in meinem Stil gewachsen. So schnell kann das also gehen, und für alle anderen bin ich ein Großmeister. Oder?

Dies ist natürlich etwas überspitzt dargestellt, jedoch existieren solche Metamorphosen. Ich will an dieser Stelle natürlich nicht die vielen Kampfkünstler angreifen, die mit viel Liebe einen Stil kreiert haben, um anderen die Vorteile der Kampfkunst näher bringen zu können. Jedoch will ich alle angreifen, die ihre Graduierungen und Titel dazu benutzen, unwissende (auf die Kampfkunst bezogen) zu beeindrucken und auszubeuten.

Ich möchte noch ein anderes Beispiel anführen, welches zeigen soll, wie schnell man ein Lehrer bzw. Meister wird. In der Zeitschrift "Krankengymnastik Zeitschrift für  Physiotherapeuten 3/2000" wird eine Ausbildung angeboten, die jeden der ca. 3150,- DM investieren kann, zum Lehrer für Tai Chi Chuan / Qui Gong ( ich glaube Qi Gong ist gemeint) ausbildet. Diese Ausbildung ist in acht dreitägige Wochenendseminare und ein viertägiges Prüfungsseminar gegliedert. Ich kann mir nicht helfen, andere Leute trainieren Taiji oder Qi Gong fast ein ganzes Leben lang, ohne sich mit Titeln Meister / Lehrer zu schmücken. Ich bin mir sicher, ein solcher Lehrer, hat nach meiner Auffassung, genauso viel Ahnung vom Tai Chi, wie ich vom "Kinderkriegen", nämlich gar keine. Wer sich trotzdem für diese "Lehrerausbildung" interessiert, kann sich hier informieren. 

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich arbeite nun seit ca. 12 Jahren als Motorradmechaniker, und bilde auch selber aus, jedoch kann ich mir nicht vorstellen, einen Azubi in acht Wochenendseminaren auch nur annährend für die Gesellenprüfung ( nicht Meister- bzw. Ausbilderprüfung) vorbereiten zu können. 

Ein weiteres Beispiel für sogenannte Meister, sind die vielen Schulen, wo entweder sehr junge ( nichts gegen junge Kampfkünstler, sie können sehr viel vermitteln, jedoch können sie keine Meister oder Lehrer sein, denn dazu bedarf es einer gewissen Reife) Personen unterrichten, oder Asiaten, die nur wegen ihrem Aussehen gleich als Meister angenommen werden. Ich möchte mich wirklich bei allen entschuldigen, die sich verletzt fühlen, denn ich meine die anderen. Nicht jeder Asiate, der vorgibt Kampfkunst zu können, kann diese nur weil er Asiate ist. Das währe ja so, als würde man sagen, jeder Deutsche ist ein Fußballspieler. Und in diesem Zusammenhang kann ich nur schreiben" ich habe keine Ahnung vom Fußball".

So jetzt habe ich recht viel geschrieben, ohne etwas über "wahre Meister" zu schreiben. ICH glaube es ist sehr schwer zu erkennen, wer ein Meister ist, oder nicht. Aber es gibt doch einige Möglichkeiten die Suche einzugrenzen.

1. Alteingesessene Stile mit einem gewissen Stammbaum sind ein gewisser Garant für eine gute Ausbildung.

2. Wenn ein "Meister" keine Fragen beantworten kann bzw. die Antworten sehr dürftig ausfallen, dann würde ich mir echt Sorgen machen.

3. Wenn mir immer nur erzählt wird, das ist traditionell, dann fang ich an zu überlegen, ob dieser "Meister" nur imitiert, oder verstanden hat.

4. Wenn mir ein "Meister" immer nur sagt, das kannst Du erst verstehen, wenn Du sehr lange bei mir bist..., dann richte ich mich auf die totale "Abzocke" ein.

5. Ein "Meister" der Kampfkunst ist für mich, jemand der seinen Weg in der Kampfkunst gefunden hat, und sich auch mit all den anderen Komponenten (Heilkräuter, Medezin, Malerei, Anatomie, usw.) des Lebens beschäftigt.

6. Lasse Dein Gefühl entscheiden, denn Du solltest wissen was Du willst.

Also, nicht derjenige, der die größte Schule besitzt, oder die meisten Schüler unterrichtet, ist ein echter Meister, vielmehr suche Dir den Lehrer, der Deine Fragen beantwortet, und Mensch geblieben ist.

Meisterschaft ist ein Lebensweg, und kein Turnier- bzw. Gürtelerfolg.

Der Schwarzgurt ist für mich vergleichbar mit dem Führerschein, er erlaubt uns diese Kunst zu trainieren, und zu lernen.

 

 

 

 

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Stand: Samstag, November 03, 2012